SpaceX will hoch hinaus. Doch während irgendwo da draußen Milliarden Sterne funkeln, schraubt auf der Erde jemand an der Zukunft des Universums.
Gesucht: Menschen für den Countdown. Denn für die Reise ins All braucht es nicht nur Raketenwissenschaftler, sondern auch Menschen, die nähen, schleifen, kleben und löten können oder Lust auf ne Ausbildung im Handwerk haben. Manche arbeiten direkt für einen Raumfahrtkonzern in den USA, andere machen in Deutschland aus handwerklichem Können Hightech. Zwei Wege ins Universum – und beide beginnen auf der Erde. Willkommen in einer Berufswelt, in der die Karrierekurve steiler sein kann als eine Startrampe!
Raumanzüge statt Abendkleider
Klingt nach Science-Fiction? Ist aber längst ein spannender Arbeitsmarkt. Es braucht kluge Köpfe und geschickte Hände – in den USA genauso wie bei Dienstleistern in Deutschland.
Einmal den Faden aufnehmen und direkt Richtung All: Im kalifornischen Hawthorne sucht Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX einen „Space Suit Sewer“. Gesucht wird jemand, der Raumanzüge und Ausrüstung für Astronauten näht. Fünf Jahre Näherfahrung sind Pflicht – ob aus der Mode oder der Theaterkostüm-Schneiderei. Das Gehalt: bis zu rund 94.000 Euro brutto jährlich. Der Haken für Bewerber aus Deutschland? Unter anderem muss die US-Arbeitserlaubnis passen. Der Raumanzug ist also nicht die einzige Hürde.
Made in Germany für die Raumfahrt
Wer lieber auf heimischem Boden bleibt, muss trotzdem nicht auf kosmische Karriere verzichten. Deutsche Unternehmen brauchen Menschen, die schleifen, tüfteln, kleben und montieren können. Denn eine Rakete besteht nicht aus guten Vorsätzen, sondern aus Tausenden Teilen, die sitzen müssen. Und genau da kommt „Made in Germany“ ins Spiel. Und alle haben einen gemeinsamen Auftrag: dafür sorgen, dass aus großen Träumen keine teuren Feuerwerkskörper werden.
Goldene Hände für die Rakete
In Parsdorf bei München baut Isar Aerospace die Trägerrakete „Spectrum“. Beim Schleifen und Polieren empfindlicher Bauteile sind Goldschmiede und Zahntechniker gefragt. Wer winzige Details beherrscht, bringt hier großes Gerät voran. Ein Mechanikerabschluss ist nicht zwingend nötig. Dazu gibt’s 30 Tage Urlaub und ein Deutschlandticket. Der Weg zu den Sternen beginnt eben manchmal mit einer Feile.
Feinarbeit fürs All
In Ulm entwickelt der Technologiekonzern Thales Technik für Satellitenkommunikation und elektrische Satellitenantriebe. Uhrmacher, Augenoptiker und Zahntechniker können beim Löten, Kleben und Prüfen filigraner Baugruppen ihre ruhige Hand ausspielen. Wer sonst Miniaturteile bändigt, ist hier im richtigen Orbit.
Carbon statt Holz
Blackwave aus Garching macht aus Kohlenstofffasern leichte, belastbare Bauteile für Raketen und Satelliten. Schreiner, Schlosser, Metallbauer und Fahrzeugmechaniker können beim Schleifen, Reinigen und Montieren mitmischen. Holz war gestern – jetzt wird’s Hightech. 30 Tage Urlaub und kostenloses Mittagessen gibt’s obendrauf.
Friseurkunst ohne Föhn
Bei Piekenbrink Composite in Laupheim werden Kunststoffbauteile für Luft- und Raumfahrt sowie Autos gefertigt. Auch Friseure können hier als Quereinsteiger landen. Statt Spliss geht’s ums präzise Zuschneiden, Verkleben und Schleifen.
Manchmal braucht es nur eine ruhige Hand, ein bisschen Mut zum Berufswechsel und die Bereitschaft, den eigenen Horizont ordentlich zu erweitern. Der Weg ins Weltall beginnt nicht erst an der Startrampe. Er beginnt in Werkhallen, Entwicklungsbüros, Prüflaboren und Lagerhallen – mitten auf unserer guten alten Erde.



