Ersetzt KI bald sogar Akademiker? Jede fünfte Firma sagt: Ja, klar!

FOTO: KI-generiert

Künstliche Intelligenz wird im Arbeitsalltag immer mächtiger – und für manche Beschäftigte könnte das gefährlich werden. Eine aktuelle Erhebung des Münchener ifo-Instituts zeigt: Schon jedes fünfte Unternehmen, das KI bereits nutzt, traut der Technologie zu, gut ausgebildete Mitarbeiter mit Hochschulabschluss zu ersetzen. Die Idee dahinter: Statt teurer Akademiker übernehmen weniger qualifizierte Kräfte die Aufgaben – unterstützt von einer schlauen Software.

Konkret halten knapp 20 Prozent der Betriebe es für leicht oder sogar sehr leicht, studierte Fachkräfte durch KI-gestützte Arbeitskräfte zu ersetzen. Rund 15 Prozent können sich Ähnliches sogar bei langjährig erfahrenen Mitarbeitern vorstellen. Eine kleine Revolution auf dem Jobmarkt? Noch nicht ganz.

Denn die Mehrheit der Unternehmen bleibt zurückhaltend. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen hält es für schwierig oder schlicht unmöglich, Hochschulabsolventen durch KI-Lösungen auszutauschen. Beim Ersatz erfahrener Beschäftigter sind die Bedenken noch größer: Fast zwei Drittel der Betriebe sehen hier kaum Spielraum. Die Botschaft ist klar: KI ist beeindruckend, aber menschliches Know-how lässt sich eben nicht so einfach kopieren.

Besonders spannend wird es, wenn man die einzelnen Branchen unter die Lupe nimmt. Da klaffen die Einschätzungen weit auseinander. Im Handel herrscht echte Aufbruchstimmung: Dort gaben 28,6 Prozent der Firmen an, akademische Fachkräfte problemlos durch KI-unterstützte Mitarbeiter ersetzen zu können. Bei den Dienstleistern liegt der Wert mit knapp 20 Prozent ebenfalls vergleichsweise hoch, das Verarbeitende Gewerbe kommt auf rund 14,6 Prozent.

Ganz anders sieht es auf dem Bau aus. Dort kann sich kaum jemand vorstellen, dass eine Software studierte Köpfe ersetzt – nur jedes zehnte Unternehmen hält das überhaupt für denkbar. Kein Wunder: Wer Mauern hochzieht und Pläne in die Realität umsetzt, braucht eben mehr als ein cleveres Programm.

Insgesamt zeigt die Umfrage, wie tief KI bereits in der deutschen Wirtschaft verankert ist. Mehr als die Hälfte aller Betriebe – genau 54,5 Prozent – setzt die Technologie inzwischen in ihren Abläufen ein. Die Ergebnisse passen zu dem, was viele Experten seit Längerem betonen: KI wird die Menschen am Arbeitsplatz in den meisten Fällen nicht komplett verdrängen. Sie verändert aber, wie wir arbeiten – und das nachhaltig.

Doch die Auswirkungen sind längst spürbar. Vor allem junge Berufseinsteiger klagen darüber, dass es immer weniger Stellen für den Start ins Arbeitsleben gibt. Routineaufgaben, die früher Anfängern überlassen wurden, übernimmt heute oft die Maschine.

Und der Trend macht weltweit Schlagzeilen: Zahlreiche Konzerne haben zuletzt massiven Stellenabbau angekündigt – und nennen dabei ausdrücklich den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz als Grund. Die britische Großbank Standard Chartered will rund 7.000 Arbeitsplätze streichen. Auch Tech-Riese Meta, das Mutterunternehmen von Facebook, und der Onlinehändler Amazon kürzen ihre Belegschaften in großem Stil.

Die Zukunft des Arbeitsmarkts bleibt also offen. Klar ist nur: Wer sich auf seinen Abschluss allein verlässt, könnte es künftig schwerer haben. Lebenslanges Lernen und der souveräne Umgang mit KI werden mehr denn je zum Schlüssel für einen sicheren Job.