Es ist eine unbequeme Wahrheit, die viele Büroangestellte lieber verdrängen: Der eigene Schreibtisch ist oft eine wahre Bakterienschleuder. Studien deuten seit Jahren darauf hin, dass sich auf der Arbeitsfläche, an der wir täglich acht Stunden und länger verbringen, deutlich mehr Keime tummeln als auf so mancher Toilettenbrille. Ein Gedanke, der einem den Appetit auf das Pausenbrötchen gründlich verderben kann.
Wie kann das sein? Ganz einfach: Während Sanitärräume regelmäßig und gründlich geputzt werden, bleibt der Arbeitsplatz meist außen vor. Reinigungskräfte kümmern sich um Böden und Mülleimer, doch die Tastatur, die Maus oder das Telefon rührt kaum jemand an. Diese Aufgabe bleibt an den Mitarbeitern selbst hängen – und genau hier liegt das Problem.
**Die Hotspots der Keime**
Besonders tückisch sind die Gegenstände, die wir ständig berühren, ohne darüber nachzudenken. Die Computertastatur zählt zu den schmutzigsten Objekten im gesamten Büro. Zwischen den Tasten sammeln sich Krümel, Hautschuppen und Fett, ein perfekter Nährboden für Mikroorganismen. Auch das Smartphone, das viele während der Mittagspause bedienen und danach wieder ans Ohr halten, transportiert unzählige Erreger.
Ebenfalse berüchtigt: die Türklinke am Konferenzraum, der Wasserhahn in der Teeküche und natürlich die Kaffeemaschine, an der sich morgens die halbe Belegschaft die Klinke in die Hand gibt. Wer hier keinen Bogen um Hygiene macht, verteilt seine Bakterien großzügig an alle Kollegen.
**Warum das mehr als nur eklig ist**
Es geht nicht bloß um ein ungutes Bauchgefühl. Ein verkeimter Arbeitsplatz kann handfeste Folgen haben. Erkältungswellen breiten sich in Großraumbüros rasant aus, weil Viren über gemeinsam genutzte Oberflächen wandern. Wer krank zur Arbeit erscheint und seine Tastatur nicht desinfiziert, macht schnell das ganze Team krank. Am Ende leidet nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Produktivität des Unternehmens.
Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn Grippe- und Erkältungsviren Hochkonjunktur haben, lohnt sich ein genauer Blick auf die eigene Hygiene. Denn viele Ansteckungen ließen sich mit einfachen Mitteln vermeiden.
**So schützen Sie sich wirklich**
Die gute Nachricht: Man muss kein Putzfanatiker werden, um sein Büro sauberer zu halten. Ein paar Routinen reichen völlig aus. Experten empfehlen, den Schreibtisch mindestens einmal pro Woche mit einem geeigneten Reinigungsmittel abzuwischen. Tastatur und Maus sollten regelmäßig mit Desinfektionstüchern behandelt werden – am besten, bevor der Kollege sie sich für eine schnelle Vertretung ausleiht.
Händewaschen bleibt der wichtigste Schutz überhaupt. Wer nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Naseputzen gründlich zur Seife greift, reduziert das Ansteckungsrisiko erheblich. Auch ein kleiner Vorrat an Handdesinfektionsmittel auf dem Tisch schadet nie.
Wer regelmäßig am Arbeitsplatz isst, sollte Krümel sofort beseitigen, statt sie tagelang liegen zu lassen. Denn Essensreste locken nicht nur Bakterien an, sondern im schlimmsten Fall auch ungebetene Untermieter wie Insekten.
Unterm Strich gilt: Ein bisschen Aufmerksamkeit für die eigene Bürohygiene kostet kaum Zeit, spart aber jede Menge Krankheitstage. Vielleicht sollten wir unseren Schreibtisch also mit demselben Respekt behandeln, den wir dem stillen Örtchen zugestehen.
