Zwischenzeugnis jetzt – oder wecke ich schlafende Hunde?

Wenn der Job wackelt, kann ein Zeugnis Gold wert sein. Worauf Beschäftigte achten sollten

FOTO: KI-generiert

Gerüchte über Stellenabbau, Sparprogramme oder sogar Kündigungen machen die Runde? Dann denken viele Beschäftigte sofort: Soll ich mir schnell ein Zwischenzeugnis besorgen? Gute Idee – oder verrät man dem Chef damit, dass man innerlich schon auf dem Absprung ist?

Die kurze Antwort: Ein Zwischenzeugnis kann jetzt sinnvoll sein. Und nein, die Nachfrage ist nicht automatisch ein Signal nach dem Motto: „Ich suche schon was Neues!“

Denn: Vorsorge ist besser als Panik. Gerade wenn Umstrukturierungen anstehen, ist es klug, die eigenen Unterlagen auf Vordermann zu bringen. Ein aktuelles Zeugnis dokumentiert Aufgaben, Verantwortung und Erfolge – solange die Situation noch frisch ist und die Führungskraft die eigene Arbeit gut beurteilen kann.

Allerdings kommt es auf das Timing und die Begründung an. Wer plötzlich ohne Erklärung ein Zeugnis verlangt, kann durchaus Fragen auslösen. Deshalb lieber sachlich formulieren: „Aufgrund der aktuellen Veränderungen im Unternehmen möchte ich meine Personalunterlagen aktualisieren.“ Das ist nachvollziehbar und nicht dramatisch.

Wirklich wichtig wird ein Zwischenzeugnis vor allem dann, wenn der direkte Vorgesetzte bald das Unternehmen verlässt oder die eigene Abteilung umgebaut wird. Denn später kann es schwieriger sein, jemanden zu finden, der die eigene Leistung noch genau beurteilen kann.

Drei Tipps vom Berufscoach

  1. Nicht bis zur Kündigung warten.
    Wenn Veränderungen konkret werden, lieber rechtzeitig handeln. Unter Druck ist alles schwieriger.
  2. Auch den Lebenslauf aktualisieren.
    Ein Zeugnis allein bringt wenig, wenn CV und Online-Profil noch von vorgestern sind.
  3. Keine Panik verbreiten.
    Diskret und professionell bleiben. Ein Zwischenzeugnis ist Karrierevorsorge – kein Fluchtbrief.

Wenn Stellenabbau droht, ist ein Zwischenzeugnis eine sinnvolle Absicherung. Wer ruhig und sachlich danach fragt, sendet nicht das falsche Signal, sondern zeigt: Ich habe meine berufliche Zukunft im Blick.