Spitznamen für „nutzlose“ Kollegen

Ein guter Büro-Spitzname entsteht nicht durch Bosheit, sondern durch Wiederholung

FOTO: KI-generiert

Mitarbeiter stellen sich oft die Frage: Sind Spitznamen im Büro angebracht? Kurz gesagt: klare Regeln gibt es nicht. Aber: Über die eigenen Kollegen herzuziehen, macht den Arbeitsalltag oft angenehmer – deshalb gibt es in vielen Jobs durchaus bissige Spitznamen.

Sie kommen von selbst. Denn manchmal ist ein guter Spitzname der einzige Weg, die Zusammenarbeit emotional zu überleben. Kein Groll, keine böse Absicht – nur zärtliche Präzision und ein Gesicht wie versteinert. Dabei sind Büro-Spitznamen eine ganz eigene Form der sozialen Anerkennung: Man muss sich einen gewissen Bekanntheitsgrad schließlich erst einmal erarbeiten.

Hier sind zehn besonders treffende Exemplare für Kollegen, deren Beitrag zum Unternehmen eher im Bereich „atmosphärisch“ liegt:

1. Bewegungsmelder
Wird schlagartig aktiv, sobald sich eine Führungskraft dem Schreibtisch nähert. Kaum ist der Chef außer Sichtweite, kehrt der Mitarbeiter zuverlässig in den Energiesparmodus zurück.

2. Agent 007
Null Leistung, null Motivation, aber sieben Raucherpausen. Verbringt erstaunlich viel Zeit damit, sich unauffällig vom Arbeitsplatz zu entfernen – und noch mehr damit, wieder aufzutauchen, wenn es etwas zu essen gibt.

3. Deutsche Bahn
Kommt regelmäßig zu spät, fällt gelegentlich komplett aus und liefert für jede Verspätung eine ausführliche Begründung. Pünktlichkeit wäre schließlich auch völlig unrealistisch.

4. Excel
Kann alles darstellen, aber nichts erledigen. Produziert beeindruckende Tabellen, farbige Diagramme und 14 Versionen eines Dokuments – nur das eigentliche Ergebnis bleibt konsequent unsichtbar.

5. WLAN
Grundsätzlich vorhanden, aber nie dann, wenn man ihn wirklich braucht. Manchmal blinkt er kurz auf, gelegentlich gibt es ein Lebenszeichen – eine stabile Verbindung ist jedoch nicht vorgesehen.

6. Energiesparmodus
Sitzt den halben Arbeitstag regungslos vor dem Bildschirm und verbraucht dabei erstaunlich wenig Energie. Wird erst aktiv, wenn der Feierabend naht. Dann plötzlich erstaunlich schnell.

7. Outlook
Ist permanent beschäftigt, aber niemand weiß genau womit. 47 ungelesene Nachrichten, zwölf Termine und ein Kalender, der aussieht wie ein Tetris-Spiel –  konkrete Ergebnisse: Fehlanzeige.

8. 404 – Leistung nicht gefunden
Man sucht seit Stunden nach einem sinnvollen Beitrag, findet aber nichts. Auch nach mehrmaligem Aktualisieren bleibt der Zustand unverändert.

9. PowerPoint
Kann aus einem einzigen Satz eine 38-seitige Präsentation machen und dabei überzeugend vermitteln, dass gerade Großartiges geleistet wurde. Inhalt optional, Animationen obligatorisch.

10. Der Praktikant – seit 2009
Hat erstaunlich wenig Verantwortung, erstaunlich wenig Ahnung und trotzdem erstaunlich lange überlebt. Niemand weiß genau, wer ihn eingestellt hat, und inzwischen traut sich auch niemand mehr zu fragen.

Spitznamen sind eben die inoffizielle Büro-Währung: Sie zeigen, dass man dazugehört. Je treffender – und gemeiner – der Name, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er bleibt. Und ist er erst einmal etabliert, hilft meist nur noch eines: gute Miene zum bösen Namen. Kurz: Spitznamen sind Mitarbeiter-Branding mit begrenztem Budget.