Generation Koffer gepackt

Jeder 5. Jugendliche will Deutschland verlassen, weil verlässliche Perspektiven fehlen

FOTO: KI-generiert

Immer mehr junge Menschen verlieren den Glauben an ihre Zukunft in Deutschland. Laut der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ plant bereits jede fünfte Jugendliche zwischen 14 und 29 Jahren, seine Zukunft im Ausland aufzubauen. Weitere 41 Prozent können sich diesen Schritt grundsätzlich vorstellen.

Der Wunsch auszuwandern ist dabei kein Zeichen von Abenteuerlust. Viele junge Menschen fühlen sich von hoher mentaler Stressbelastung durch Dauerkrisen, steigende Lebenshaltungskosten und einer mäßigen berufliche Orientierung ausgebremst. Für Zweifel, ob sich Leistung in Deutschland noch lohnt, sorgen außerdem, dass Wohnungen knapp und teuer sind sowie finanzielle Ängste und eine gesellschaftliche Perspektivlosigkeit.

Dabei räumt die Studie mit einem Vorurteil auf: Die junge Generation ist leistungsbereit. Geld ist zwar der wichtigste Antrieb, doch auch Spaß an der Arbeit, persönliche Ziele und der Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun, spielen eine große Rolle. Viele wollen Verantwortung übernehmen – erwarten dafür aber faire Chancen und verlässliche Perspektiven für Arbeit, Wohnen, finanzielle Stabilität und eine attraktive Altersvorsorge.

Verändert hat sich der Blick auf den Berufsweg. Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und des Einflusses von Künstlicher Intelligenz gewinnt die Ausbildung deutlich an Attraktivität. Praktische Berufe gelten für viele als sicherer als ein Studium.

Die Botschaft der Studie ist eindeutig: Junge Menschen brauchen keine Extras, Voraussetzungen dafür, dass sie ihre Zukunft in Deutschland verlässlich gestalten können.

Zahlen, die aufhorchen lassen:

Facts Wert
Junge Menschen mit Auswanderungsplan 21 %
Können sich Auswanderung vorstellen 41 %
Junge Menschen mit Schulden 23 %
Wichtigster Leistungsmotivator: Geld 51 %
Spaß als Motivation 37 %
Ziele erreichen 33 %
Studium statt Karrierechancen 32 %