Es ist der Ort, an dem viele von uns acht Stunden am Tag verbringen – und ausgerechnet er ist eine wahre Brutstätte für Bakterien. Die Rede ist vom eigenen Schreibtisch. Wer glaubt, das dreckigste Fleckchen im Büro sei die Gemeinschaftstoilette, der irrt gewaltig. Studien zeigen immer wieder: Auf der Tastatur und der Maus tummeln sich oft deutlich mehr Mikroben als auf einem WC-Sitz.
Der Grund ist so simpel wie unappetitlich. Während Toiletten regelmäßig gründlich geschrubbt werden, bleibt der Arbeitsplatz meist verschont. Kaum jemand denkt daran, die Tastatur zu desinfizieren. Dabei sammeln sich zwischen den Tasten Krümel vom Mittagssnack, Hautschuppen, Haare und ein feiner Film aus Fett und Schweiß. Ein perfektes Buffet für Keime aller Art.
**Das Smartphone als heimlicher Keimschleuder**
Besonders tückisch: das eigene Handy. Wir fassen es hunderte Male am Tag an, legen es auf den Schreibtisch, nehmen es mit aufs stille Örtchen und halten es uns anschließend wieder ans Gesicht. Kein Wunder, dass Experten das Smartphone regelmäßig als eines der schmutzigsten Alltagsgegenstände überhaupt entlarven. Wer es wenigstens einmal am Tag mit einem geeigneten Tuch abwischt, tut sich und seiner Gesundheit einen großen Gefallen.
Auch die Kaffeetasse, die tagelang ungespült auf dem Tisch steht, ist ein echter Problemfall. Feuchte Reste bilden zusammen mit warmer Raumluft ideale Bedingungen für Schimmel und Bakterien. Und wer teilt sich im Büro nicht gelegentlich einen Becher oder greift zur Kanne im Gemeinschaftsraum?
**Die Türklinke, an die keiner denkt**
Ein weiterer Hotspot, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Türgriffe, Lichtschalter und der Knopf am Kaffeeautomaten. Diese Oberflächen werden von unzähligen Händen berührt – und selten gereinigt. Gerade in der Erkältungssaison verbreiten sich Viren hier in Windeseile von Kollege zu Kollege.
Doch die gute Nachricht lautet: Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Keim-Chaos deutlich eindämmen. Wichtigste Regel bleibt das gründliche Händewaschen – mindestens zwanzig Sekunden mit Seife, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Wer am Schreibtisch snackt, sollte die Krümel nicht einfach liegenlassen, sondern die Fläche kurz feucht abwischen.
**Kleine Routine, große Wirkung**
Einmal pro Woche ein Desinfektionstuch über Tastatur, Maus und Tischplatte zu ziehen, kostet kaum Zeit und macht einen enormen Unterschied. Auch das Telefon im Büro, das oft eng ans Gesicht gehalten wird, verdient regelmäßig eine Reinigung.
Genauso entscheidend ist frische Luft. Regelmäßiges Stoßlüften senkt nicht nur die Konzentration von Krankheitserregern in der Raumluft, sondern sorgt auch für einen klareren Kopf. Stickige Großraumbüros sind nicht ohne Grund berüchtigt dafür, dass sich Erkältungswellen dort rasant ausbreiten.
Wer krank ist, sollte im Zweifel lieber zu Hause bleiben – auch wenn der Berg an Arbeit lockt. Denn ein einziger schniefender Kollege kann in kürzester Zeit das halbe Team lahmlegen.
Unterm Strich gilt: Bürohygiene ist keine Frage von Pedanterie, sondern von Rücksicht und Gesundheit. Ein sauberer Arbeitsplatz schützt nicht nur einen selbst, sondern alle, mit denen man Tag für Tag den Raum teilt.
