Eine Analyse des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) erhellt die besorgniserregende Situation des Fachkräftemangels in Deutschland. Besonders dramatisch ist die Lage in bestimmten Berufen, die zunehmend von leer bleibenden Stellen geprägt ist.
Ein herausragendes Beispiel sind Fleischfachverkäufer, wo bis zum Jahr 2025 schätzungsweise 4.665 Positionen unbesetzt bleiben könnten – ein Anstieg um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit ein neuer Rekordwert. Der demografische Wandel spielt hierbei eine entscheidende Rolle: Rund 38 Prozent der in diesem Beruf Beschäftigten sind älter als 55 Jahre und stehen kurz vor dem Renteneintritt, während gleichzeitig zu wenig qualifizierter Nachwuchs nachrückt. Seit 2017 ist die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich um etwa 19 Prozent gesunken.
Ähnliche Entwicklungen sind bei Erdbewegungsmaschinenführern zu beobachten. Hier wird für 2025 ein Anstieg von über 1.500 offenen Stellen prognostiziert, was einem Plus von 38 Prozent entspricht. Auch im Steuerberatungssektor spitzt sich die Lage zu, wo rund 2.318 Stellen unbesetzt sind – ein Anstieg von 27 Prozent.
In absoluten Zahlen sind die Engpässe besonders ausgeprägt in den Bereichen Bauelektrik mit über 16.200 offenen Posten und der Altenpflege mit mehr als 15.200 unerfüllten Stellen. Der Fachkräftemangel betrifft inzwischen zahlreiche Branchen, von Handwerk über Bau bis zu Dienstleistungen. Die anhaltende Alterung der Belegschaften in Verbindung mit einer unzureichenden Anzahl an neuen Talenten deutet darauf hin, dass sich dieses kritische Problem weiter zuspitzen wird.
