Bewerbungsgespräch: Talken ohne Stress

Im Bewerbungsgespräch gut vorbereitet und sicher auftreten Talken ohne Stress

Berufs-Expertin Christin Heidemann gibt Ihnen zusätzlich praxisnahe Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

Frage: Was ist wichtig für ein persönliches Setup?

Christin Heidemann: „Wichtig sind aufmerksam zuhören, Blickkontakt halten und respektvoll mit den Gesprächspartnern umgehen. Es ist hilfreich, sich Namen zu merken und sie gezielt zu verwenden – das zeigt Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Nachfragen ist absolut in Ordnung, wenn etwas unklar ist oder man eine Frage nicht sofort beantworten kann. Das wirkt reifer als auswendig gelernte Antworten.“

Frage: Fast jeder ist nervös. Was raten Sie den Kandidaten?

Christin Heidemann: „Nervosität ist völlig normal. Sie zeigt, dass einem das Gespräch wichtig ist. Wenn die Nervosität sehr präsent ist, kann es sogar helfen, sie kurz anzusprechen. Ein ruhiger Satz wie, dass man gerade etwas nervös ist, weil einem die Stelle wirklich am Herzen liegt, wirkt ehrlich und sympathisch. Das wird in der Regel positiver wahrgenommen als der Versuch, Unsicherheit zu überspielen.“

Frage: Welche Tipps vermitteln Sie gegen Aufregung?

Christin Heidemann: „Gerade beim ersten Vorstellungsgespräch erleben viele Bewerber starke Aufregung, und das ist kein Nachteil. Wichtig ist, sich dann einen Moment Zeit zu nehmen: kurz durchatmen, einen Schluck Wasser trinken und den Gedanken neu ordnen. Häufig entspannt sich die Situation dadurch sofort – sowohl für den Bewerber als auch für die Gesprächspartner.“

Frage: Wie wichtig ist eine innere Haltung?

Christin Heidemann: „Die innere Haltung ist gerade für Berufseinsteiger wichtig – oft sogar entscheidender als fachliche Kenntnisse. Denn wer noch wenig Berufserfahrung hat, wird nicht danach beurteilt, was er schon alles kann, sondern danach, wie er denkt und wie er mit neuen Aufgaben umgeht.

Arbeitgeber achten besonders darauf, ob jemand motiviert wirkt, zuverlässig erscheint und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Diese Haltung zeigt sich im Gespräch automatisch: im Zuhören, in der Art zu antworten, im Umgang mit Unsicherheiten und in der Bereitschaft, dazuzulernen. Erfahrung kann man aufbauen – eine gute innere Haltung ist schwerer zu vermitteln. Genau deshalb ist sie in vielen Fällen ausschlaggebend.“

Frage: Wann kann man seine ehrliche Meinung sagen?

Christin Heidemann: „Zum Abschluss des Gesprächs dürfen Bewerber ruhig ihre Meinung mitteilen. Ein ehrlicher Satz, dass sie das Gespräch als sehr angenehm empfunden und großes Interesse an der Stelle haben, hinterlässt einen positiven und motivierten Eindruck. Wichtig ist zudem, dass klar ist, wie es nach dem Gespräch weitergeht. Wer Interesse zeigt und aufmerksam zuhört, bleibt beim Gegenüber häufig stärker in Erinnerung – gerade dieser letzte Eindruck kann entscheidend sein.“

Fazit: Für die Jobmesse oder das Bewerbungsgespräch gilt: Wenn Sie sich gut vorbereiten, authentisch bleiben und typische Fehler vermeiden, stehen Ihre Chancen richtig gut. Sie schaffen das!