DGB-Rentenkommission: Versorgungswerk für gescheiterte Politikkarrieren oder echte Reformkraft?

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Foto: DGB / Benno Kraehahn

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft zur eigenen Rentenkommission und präsentiert Personalien, die Fragen aufwerfen. Mit Kevin Kühnert (Ex-SPD-Generalsekretär) und Ricarda Lang (Ex-Grünen-Chefin) sollen ausgerechnet zwei Protagonisten die Zukunft der Alterssicherung gestalten, deren eigene politische Karrieren jüngst ins Trudeln kam.

Kritiker müssen hier die Frage nach der fachlichen Qualifikation stellen: Welches explizite rentenökonomische Fachwissen oder welche langjährige Erfahrung in der Sozialversicherungsmathematik bringen zwei Berufspolitiker mit, die ihr (sehr) junges Leben fast ausschließlich im Parteiapparat verbracht haben? Dient diese Berufung wirklich der Sache oder handelt es sich um populistische Symbolpolitik, um bekannten Gesichtern eine neue Bühne zu bieten?

Noch schwerer wiegt jedoch die inhaltliche Ausrichtung. Während DGB-Chefin Yasmin Fahimi von einem „solidarischen Gegenentwurf“ und einer „starken gesetzlichen Rente“ träumt, blendet die Kommission den Elefanten im Raum völlig aus: Den demografischen Wandel.

Es ist eine mathematische Gewissheit, dass die Rente, wie wir sie bis dato kennen (Umlageverfahren), faktisch am Ende ist. Die Gründe dafür sind unumstößlich und haben nichts mit „vergifteten Debatten“ zu tun, sondern mit reiner Arithmetik:

  1. Die Babyboomer gehen: Eine riesige Generation wechselt von Beitragszahlern zu Rentenempfängern.

  2. Der Nachwuchs fehlt: Es kommen zu wenige junge Beitragszahler nach, um die Last auf ihren Schultern zu tragen.

  3. Das System kollabiert: Immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr Rentner finanzieren.

Wer in dieser Lage suggeriert, man könne das alte System einfach durch „Solidarität“ retten, ohne die Unfinanzierbarkeit einzugestehen, betreibt keine ausgewogene und nachhaltige Sozialpolitik.